Experiment Schule gelungen

Wie das Experiment begann

Auf meiner Fanpage in Facebook habe ich bereits darüber berichtet, dass ich die Chance hatte, mit Schülern des Rheingau Gymnasiums in Geisenheim, das Thema Achtsamkeit mit dem IDOGO®-Stab zu trainieren. Alles begann so: Am 11. Juli 2018 wurde im ZDF ein Beitrag zum Thema „Achtsamkeit im Klassenzimmer“ (Video kann man googeln!) ausgestrahlt. Ich war sehr begeistert von den Kids, die alle so glücklich waren, endlich mal Ruhe und Achtsamkeit in der Schule erleben zu dürfen.  So eine Erfahrung wollte ich auch gerne machen. Also teilte ich diesen Post auf meiner Seite und kommentierte, dass ich daran Interesse hätte. Es dauerte nicht lange, bis sich ein Lehrer meldete, der mir im Februar 2019 zwei seiner Wahlpflichtunterrichtsfachstunden – herrje was ein Wort -, also WPU-Stunden zur Verfügung stellte. Was mir jedoch nicht klar war, dass diese Schülerinnen und Schüler keine sechs, sondern sechzehn Jahre alt waren. Ich begann, mich auf meine neue Zielgruppe vorzubereiten. 

Arbeitsmaterial zum Thema Achtsamkeit

Zunächst  schrieb ich den „Verein für Achtsamkeit in Osterloh e.V.“ an, der mich mit seinem großartigen Buch „The Toolbox ist you“ mit farbenfrohen Arbeitsplakaten und weiteren Arbeitsmaterialien für mein Achtsamkeitstraining-Schule, ausstattete. Für dieses Buch, in deutscher und englischer Sprache, erhielt der Verein den österreichischen Staatspreis. Von der Zeitschrift „Moment by Moment – Vom Ich zum Wir, das Magazin für Achtsamkeit“ hatte ich vorher nie etwas gehört. Sehr inspirierend, vor allem das Interview mit Jon Kabat-Zinn, dem Visionär der Achtsamkeit und MBSR (Mindfulness-Based-Stress-Reduction). Außerdem im Package ein Buch von Martina Silvia Glatt „Alte Wege neu gehen“, über Kräuter, Rituale, Gedanken im Jahreskreis und die Tradition der weisen Frauen. Dieses Buch hätte sicher auch einen Preis verdient. Von mir erhält es die Kategorie: wertvoll! Es inspiriert mich dazu, vielleicht im nächsten Jahr eine kleine Meditationsgruppe in meiner Praxis ins Leben zu rufen. Meine wertschätzende Spende an den Verein für Achtsamkeit in Osterloh e.V.  ist auf dem Weg!

Liebe Ilona, ich danke dir sehr für diese wertvolle Toolbox-Inspirationsquelle. Dann gibt es ja zum Glück noch gute Freundinnen. Sie haben Erfahrung mit 16-jährigen, sind vertraut mit deren Handeln und Denkweisen. Danke Manuela für dein Telefonat und das Gespräch, dass du mit deinem Sohn über mein Thema geführt hast. Gold wert! Eine andere Freundin ist Lehrerin. Mit ihr habe ich in der Vorbereitungsphase ebenfalls ein ausführliches Gespräch geführt. Auch dir liebe Melanie, ein dickes Danke für deine Wörter, die du mir in den Mund gelegt hast.

Ich war bereit!

Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann
Erster Experiment Tag – 19. Februar 2019

Ich hatte mich den Schülerinnen und Schülern bereits eine Woche vorher im Klassenzimmer vorgestellt und gemeinsam mit dem WPU-Lehrer das Thema Achtsamkeit, in Bezug auf meine Bewegungsmeditation mit dem IDOGO®-Stab vorgestellt. Die sieben Jungs und drei Mädchen zeigten sich offen. Es war mir wichtig, dass wir uns auf Augenhöhe begegnen, denn beide hatten wir mit diesem Experiment noch keine Erfahrungen gesammelt. Nur die Mädchen hatten bisher Meditation kennengelernt. Der Klassenlehrer organisierte uns einen schönen Raum. So konnten sie ihren Arbeitsraum Klassenzimmer verlassen und sich in einem neuen Raum einem neuen Thema öffnen. Dies erschien mir besonders wichtig.

Ihre Erwartung an unser Experiment war, Entspannungsübungen kennenzulernen. Über achtsames Handeln konnten wir nur am Rande sprechen. Dafür war die Zeit einfach zu knapp. Nach kurzen Erklärungen starteten wir gemeinsam den Weg der Stille, um den rd. 60.000 „Gedankendrachen“, die pro Tag in unserem Kopf  ihr Unwesen treiben, Einhalt zu gebieten. Hinterher saßen alle völlig gechilled, in sich ruhend, auf dem Boden und stellten fest, dass sie ruhiger geworden sind. Ein Schüler fragte mich, wo man einen IDOGO®-Stab kaufen kann. Für mich war dieser Tag ein sehr erfüllendes Erlebnis!

Eine Wandfolie mit den Worten der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung ändern kann.

Arbeitsplakat Gruppe I

Zweiter Experiment Tag – 26.03.2019

Schicke Gutes in die Welt und Gutes kommt zu dir zurück. Mit dieser Einstellung bin ich in mein zweites Experiment gestartet. Sieben Jungs und ein Mädchen betraten den Raum. Mein chinesischer Lehrer würde sagen, ein eindeutiger Yang Überhang, ob das mal gut geht? Um weiter experimentierfreudig und kreativ an das Projekt heranzugehen, habe ich mein Konzept etwas geändert. Dieser Gruppe stellte ich die Möglichkeit vor, mit positiven Affirmationen in die Bewegungsmeditation zu starten. Mit Sätzen wie „Ich bin klar“, „Ich bin in meiner vollen Kraft“, „Ich vertraue mir“, „Ich schaffe Ordnung in mir“, etc., bot ich ihnen einige Anreize. Diese Gruppe war wesentlich unruhiger als die erste Gruppe, das mag am strahlenden Sonnenschein gelegen haben und dem dringenden Wunsch der Jungs, endlich den Fußballplatz zu stürmen. Auch hier hatte nur das Mädchen Meditationserfahrung.

Nach einer kurzen Einführung starteten wir mit den Übungen. Sie konnten sich nicht so intensiv auf die Bewegungsmeditation einlassen wie die erste Gruppe.  In der Feedbackrunde erfuhr ich dann offen und ehrlich: Das hat mir nichts gebracht! Schnell schlossen sich andere Mitschüler dieser Aussage an. Eindeutig – hier gab es nichts zu ent-stressen! Wir tauschten uns über anstehende Berufswünsche aus. Vom Ingenieur bis zum Hubschrauberpilot, wurden viele Wünsche laut. Hinterher fragte mich ein Schüler, was denn so ein Stab kostet. Ich nenne diese Art der Wertschätzung „Geschenke ohne Schleife“, schöner kann eine Anerkennung nicht sein. Ob mir der Versuch gelungen ist, sich zu spüren, in den Körper hinein zu atmen und ihn mit Energie aufzuladen, war und bin ich mir nicht sicher. Aus meiner Praxis  jedoch weiß ich, dass sich dieses Empfinden auch noch später einstellen kann. Ich spürte den Frühlings-Sonnenstrahlen-Bewegungsdrang  und entließ sie daher lieber schnell auf den Sportplatz.

Arbeitsplakat 2. Gruppe

Jede Menge Dankbarkeit

Alle Schüler bekamen als kleines Dankeschön einen Schaum(Neger)kuss von mir. Vom Klassenlehrer bekam ich eine Flasche Rheingauer Riesling, der Hochschule Geisenheim. Wow! Ich bin sehr glücklich, diese Erfahrungen für meine weitere Arbeit mitnehmen zu können. Ihr seid echt klasse Schülerinnen und Schüler, macht euer Ding! Ihr schafft das! Danke dem WPU Lehrer Herrn S. und dem Geldlehrer Lehrer Herrn Andreas N. (RGS), dass Sie mich so freundlich empfangen und aufgenommen haben.

Eine kleine Atemübung für euch zu Hause

Wirf eine Frage in den Raum,
überlege dir die Konsequenzen.

Hinterfrage auf Augenhöhe,
nimm dir die Zeit und atme tief durch.

Sei aufmerksam, wie dein Atem geht
und nimm wahr, wie du stehst.

Spüre dein Gewicht in den Füßen auf dem Boden.

Schau dich um, beobachte die anderen ohne Wertung.

Höre aufmerksam zu,
nimm dir Zeit, hinterfrage, ob es die beste Lösung ist.

Atme ein, bemerke die Pause, die Stille, achte auf diese Pausen.

[Eine Atemübung aus dem Buch The Toolbox is you]

Viel Glück!

In achtsamer Wertschätzung euch allen gegenüber eure Pia Forkheim

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