Heute habe ich für dich ein paar frische Reisegedanken im Gepäck – mit kleinen mentalen Aha-Momenten zum Mitnehmen.
Auf unserer Reise in die Normandie haben mein Mann und ich in St. Menehould übernachtet.
Die kleine Stadt liegt in der Nord-Champagne und hat für mich seit jeher etwas Faszinierendes – einen leisen Hauch von Geisterstadt. Alles wirkt schlicht: Geschäfte, Restaurants, Bars, Häuser, die schon lange nach Renovierung rufen. Und doch findet man hier auf nur 500 Metern alles, was man zum täglichen Leben braucht. Vor einer Bar stehen ein paar alte Plastikstühle, der Café au lait kostet köstliche 1,60 €. Parkplätze und Toiletten sind überall kostenlos. Wenn gefegt oder gesaugt wird, scheint sich hier niemand um die letzten Krümel zu kümmern. Mein Eindruck: Hier lebt man entspannter!

Please no more war love
Die Landschaft ringsum ist geprägt von weiten Getreidefeldern und Weinbergen. Immer wieder stößt man auf Spuren des Krieges: Schilder an der Autobahn, die Soldaten mit Helmen zeigen, Stacheldraht, der sich um die Ränder windet, Hinweisschilder zu Gedenkstätten wie Verdun. „14/18 Bataillon“ lese ich auf einem anderen Schild. Und während wir weiterfahren, sprechen wir darüber, wie es damals endlich ein Ende fand. Und ich frage mich: Was braucht es heute, damit Frieden entsteht? Frieden in uns. Frieden in der Welt. Der Gedanke berührt mich und macht mich still.

Im Hamsterrad unterwegs?
Die Bäume beginnen bereits, ihre ersten Blätter loszulassen. Der Herbst kündigt sich im September an. Tief in ihren Wurzeln sammeln sie Kraft, um bald in eine fast starre Ruhe zu gehen. Doch wir wissen: Im Frühjahr erwachen sie, wie aus dem Nichts, voller Leben – und überraschen uns aufs Neue mit ihrer Pracht. Vielleicht wird auch die Welt uns wieder überraschen: mit neuem, frischem Leben, in das wir gerne eintauchen, das wir atmen und in dem wir einfach sein dürfen.

Hast du den Riegel vorgeschoben?
Und während ich darüber nachdenke, spüre ich, wie oft wir selbst in einem unsichtbaren Hamsterrad rotieren – getrieben von Pflichten, Erwartungen und Gedanken, die uns festhalten. Manchmal ist es, als würde ein Schloss unsere innere Tür verschließen und uns vom leichten, freien Dasein trennen. Doch Frieden beginnt dort, wo wir innehalten, den Schlüssel finden und uns erlauben, auszusteigen. Dann öffnen sich Räume, in denen wir atmen, loslassen und neu beginnen können.
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