Heute bin ich früh in den Tag gestartet! Die Sonne blinzelte bereits um die Ecke, und ich nahm mir eine Tasse Kaffee, ein inspirierendes Buch zur Hand und setzte mich auf meine Gartenbank.
Oft schlage ich Bücher einfach irgendwo auf und beginne zu lesen. Die Überschrift der Passage: „Der Raum bringt Rosen“.
Hier bin ich über diese Passage gestolpert:
„ Öffnen sich doch nah und fern immer mehr Wege, an denen unerwartete Rosen blühen, – Rosen ewigen Nachflors, die am schönsten duften, wenn wir auch Anderen Zuwege bereiten, nicht bloß darauf vertrauen, dass die Zeit ihnen Rosen bringen werde.“
Nun, ich hoffe, ich überfordere dich jetzt nicht mit derlei Poesie! Ich habe den Abschnitt noch einmal gelesen…
Was, wenn der Autor mit „Nachflor“ die bleibenden Spuren meint? Die Erinnerungen an das Schöne, das, was bleibt. Die Momente, die „am schönsten duften“ – weil sie uns berührt haben. Kleine innere Schaufenster voller Glück, die plötzlich wieder aufleuchten und uns gute Gefühle schenken.
Doch nicht immer ist alles leicht in unserem Leben. Nicht alles läuft glatt. Manchmal haben wir „anderen Zuwege“ bereitet – sind neue Wege gegangen, wurden enttäuscht, übergangen oder verletzt. Auch das gehört dazu. Auch das hinterlässt Spuren.
Im Text heißt es weiter:
„Und dazu gehört auch das Wissen um die Fülle unerwarteter, grausamer Dornen, welche die Raumbeengung des Wohnens und Lebens und Arbeitens noch für so viele Menschen mit sich bringt.“
Herrlich, denke ich, schöner kann man es nicht ausdrücken und das hat ein Mensch geschrieben, keine KI. Unser Leben verläuft selten ohne Widerstände. Diese „Dornen“ können uns einengen, uns am Entfalten hindern, uns den Blick verstellen. Und genau hier liegt vielleicht der entscheidende Gedanke:
Wir können nicht immer darauf warten, dass neue Rosen „von allein“ erscheinen. Manchmal sind wir gefragt, selbst Wege zu öffnen.
Vielleicht kannst du dem nahenden Rosenschauspiel in deinem Leben mit etwas mehr Aufmerksamkeit begegnen.
Mit Dankbarkeit für das, was schon da ist.
Mit der Bereitschaft, neue Wege zu denken.
Und mit einem kleinen Funken Einfallsreichtum für Lösungen, die sich heute vielleicht noch nicht ganz zeigen.
Träumen eindeutig erlaubt!
[Inspiration aus: Ferien vom Ach, Karl Foerster, Werkausgabe]
