Kaleidoskopische Achtsamkeit

Ich gebe zu, es ist überhaupt nicht einfach, Menschen aufzuzeigen ihre Wege achtsam zu gehen oder den Tag achtsam zu gestalten. Achtsam sein ist so vielfältig wie der Blick durch ein Kaleidoskop. Man schaut hindurch, dreht es und schon haben sich die Glitzersteinchen in ein neues Bild verwandelt. Es erstrahlt stets in leuchtenden, schillernden Farben, alles darf sich eben verändern. Doch der Blick ist das Entscheidende. Wie sehe ich meine eigene Achtsamkeit? Sie erscheint in der Wahl der Lebensmittel die ich einkaufe und esse, genauso, wie in der Wahl der Wörter, die ich in einem Gespräch wähle oder in der Art und Weise, wie ich mit mir selbst umgehe, Stichwort: Selbstliebe. Ich bin sicher, es gibt auch in Ihrem Leben unzählige Achtsamkeitsglitzersteinchen.

Sie sind nicht immer einfach zu sehen und mein Blick entfernt sich ein bisschen von der allgemeinen Bedeutung der Achtsamkeit im Hier und Jetzt zu sein, ohne zu bewerten.

Unser Hirn erzeugt Glitzersteinchen

Viele glauben, wer Achtsamkeit erlernen will oder mehr Achtsamkeit in sein Leben integrieren will, muss den ganzen Tag meditieren, ein buntes Tuch im Haar tragen, barfuß gehen, einen Baum umarmen oder gar Räucherstäbchen anzünden. Lachen sei generell verboten und das Workout im Fitnessstudio sei auch nicht weiter angesagt. Ich frage mich dann jedesmal, wo kommen nur solche Weisheiten her? Wir alle sind unterschiedliche Menschen, haben eine unterschiedliche Erziehung genossen und unterschiedliche Erfahrungen in unserem Leben gemacht. Unser Gehirn hat sich einen Weg gebahnt, um mit allem, was uns so tagtäglich begegnet, klar zu kommen oder sich eben zu arrangieren. Es hat kleine glitzernde Glassteinchen erzeugt, die es jedesmal neu zusammen würfelt. Viel zu selten hinterfragen wir das, was sich da hinter unserer Stirn zeigt, weil wir es nicht sehen. Um jedoch dieses Kaleidoskop in unserem Hirn zu durchschauen, braucht es eben Stille. Nur die Stille ermöglicht uns das Sehen, neu das Kaleidoskop zu drehen und neue Bilder zu entdecken. Wir können dabei beispielsweise beobachten, dass das, was wir sehen, nur Gedanken sind und nicht im geringsten der Wahrheit oder der Realität entspricht. Unser Perfektionismus hat uns wieder einmal links überholt. Der Streit am vergangenen Abend wäre nicht nötig gewesen, hätten wir doch einfach nur einmal „die Klappe“ gehalten und das wahre Bedürfnis unseres Gegenübers erahnen können. Damit wäre uns schon einmal geholfen.

Hygge contra Aggewars

Unser Körper lagert Stress (Aggewars 🙂 jeder Art und Probleme einfach ab. So können dann Verspannungen, Bauchschmerzen oder Kopfschmerzen entstehen. Die Steinchen im Kaleidoskop sind nicht mehr so beweglich, unser Körper streikt. Häufig hinkt dann noch eine schleichende, schlechte Ernährung hinterher und schon ist das Chaos in uns perfekt. Alles das hat mit Achtsamkeit zu tun. Sie können sich zum Beispiel fragen, welche Werte lebe ich, was ist mir wirklich wichtig. Könnte ich es nicht einfach nur mal sein lassen, dieses ständige „Herumgedenke“? Nur zu gerne erinnere ich mich an eine Teilnehmerin, die an einem meiner Waldprogramme LEERLAUF IM KOPF teilgenommen hat und danach Geld am Bankautomaten abheben wollte. Sie erinnerte sich nicht einmal mehr an ihre Geheimnummer. Sich in der Stille befinden: Da ist das vorbeimarschieren einer Nordic Walking Gruppe plötzlich unerträglicher Krach. Auch Tränen gibt es hin und wieder, sie kommen aus dem Nichts und bewegen tief. So ist das eben in der Stille, die bunten Steinchen sortieren sich plötzlich neu und das bei jedem Menschen anders. Achtsamkeit ist wirklich ein sehr großes Thema. Schütteln Sie ihr Kaleidoskop neu und begeben Sie sich auf eine spannende Entdeckertour!

Ich wünsche Ihnen viel Glück dabei!

Fotos und Text: Pia Forkheim Copyright

  • Veröffentlicht in: Blog

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