Rückblick – Eine achtsame Woche in Kloster Maria Laach

Eintauchen in die Klosterstille – eine Einkehr ins eigene Bewusstsein

Ich möchte Ihnen von unserer achtsamen Woche im Kloster Maria Laach erzählen. Zehn großartige Menschen, aus Hessen, Rheinland-Pfalz und Berlin waren aufgeschlossen, fünf Tage in die Einfachheit des Klosterlebens und des SICH-SELBST-Entdeckens einzutauchen. Entschleunigung in Höchstgeschwindigkeit spürte man bereits, wenn man am Paradiesgärtchen vorbei durch die Pforte trat. Hier plätscherte munter ein kleiner Springbrunnen, umgeben von leuchtenden Sonnenblumen in Wasserschalen. Kein Wellness im herkömmlichen Sinn, mit Pool und Massagen, erwartete hier die Teilnehmer*innen, sondern eine Form von Wellness für die Seele. Leider konnten Ulrike Burckard und ich auch in diesem Jahr nicht alle Interessierten mitnehmen. Wir können Sie jedoch auf nächstes Jahr vertrösten, vom 18. bis 22. Juli 2022 sind wir wieder im Kloster. Infos und Buchung sind hier möglich.

Atmosphäre der Leichtigkeit und eine Möglichkeit des sich Findens

Alle konnten sich glücklich schätzen, diesmal in den Zimmern mit den schicken antiquarischen Möbeln zu wohnen. Das klappt nicht immer. Jedes Jahr hoffe ich auf das Zimmer mit dem hellblauen Biedermeier-Samt-Sofa, ein wahres Prinzessinnenzimmer! Doch was sagte der Pater beim Verteilen der Zimmer: „Es gibt eine Besenkammer.“ Das war meine. Dennoch, ich liebe dieses kleine Zimmer, direkt neben den Glockentürmen, den Blick über den Domplatz und das Käuzchen, das in der Nacht aus dem Wald ruft. Im vorigen Jahr habe ich dort auch gewohnt – Einfachheit, runterfahren, genau meins!

Morgens um 5:00 Uhr schüttelten uns die Glocken aus dem Bett. Doch ansonsten kaum Handy-Empfang, einfaches (dennoch sehr köstliches) Essen, keine Ablenkung, dafür jede Menge Inhalt und Selbsterfahrungsmöglichkeiten. Zeit für sich haben, bedeutet in einem Bildungsurlaub leider nicht, entspannt mit einem Buch in der Hand am Springbrunnen zu verweilen, dafür ist die Zeit einfach zu knapp. Hier hat der Sozialminister schon ein Auge drauf, dass die vierzig Unterrichtseinheiten auch wirklich „sinnvoll“ gefüllt sind. Schließlich sollen alle gestärkt und aufgetankt an ihren Arbeitsplatz und nach Hause zurückkehren.

Doch jeder konnte seine wenige freie Zeit sinnvoll nutzen und sich dem Klosterleben in vollen Zügen hingegeben. Diese Freiräume musste man sich jedoch zunächst suchen und es erforderte ein wenig Bereitschaft, sich darauf einzulassen. Zum Beispiel konnte man den Tag mit einer Meditation in der Morgenhore (um 5:30 h!) in der Abtei beginnen und den Mönchen bei ihren Gesängen lauschen. Das hat was und geht ganz tief! Oder man konnte mit einer Tasse Kaffee hinunter zum See spazieren und den Morgen begrüßen, oder mit dem IDOGO-Stab in den Wald laufen, um ein paar Qi Gong-Übungen zu machen, oder im Wald auf einem Baumstamm sitzen, Tagebuch schreiben, oder schlichtweg einfach nur Sein. Den Tag bei der Vesper oder der Komplet ausklingen lassen und wieder einmal beten, dankbar sein und annehmen, das was ist. Früh schlafen gehen und den Tag verdauen. Etwas anders machen, als zuhause. Was hier zunächst sehr einfach klingt, kann jedoch eine echte Herausforderung sein. Sich selbst zu begegnen ist anstrengend und erschöpfend zugleich.

Möglichkeiten des Veränderns betroffener Strukturen im Leben

Mit verschiedenen Tools aus dem Coaching-Bereich hatten die Teilnehmer*innen Gelegenheit, ihr eigenes Handeln und Tun wieder einmal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. In der Gruppenarbeit konnten sie sich intensiv kennenlernen und ihre Themen ansprechen. Auch hier gab es Möglichkeiten, sich beispielsweise bei einer guten Tasse Kaffee und einem noch besseren Stück Kuchen im Seehotel oder bei einem kurzen Spaziergang auf dem Klostergelände auszutauschen.

Ulrike hatte uns in ihren Klangraum eingeladen. Jeden Morgen wurden wir mit einem Morgenritual in die Stillzeit geführt und jeden Abend mit einem Abendritual entlassen. So konnte sich der Ideenkoffer mit Tipps und neuen Strategien stetig füllen. Progressive Muskelentspannung lädt förmlich dazu ein, es zu Hause umzusetzen, etwa bei Schlafstörungen oder anderen Unruhezuständen. Erste Erfahrungen hierzu konnten die Teilnehmer*innen hier im Kloster bereits machen.

Das Motto: Bewusstwerden / Wahrnehmen / Annehmen

Wir waren im Wald und haben zwei Stunden nicht gesprochen, wann gibt es das sonst, außer im Schlaf? Ich habe durch die IDOGO Achtsamkeitsübungen geführt. Unter Bäumen haben wir eine Meditation gemacht. Ulrike hatte bei jedem einzelnen ganz zarte Klänge mit der Klangschale angeschlagen. Klänge, die förmlich aus der Erde zu wachsen schienen oder irgendwie aus dem Himmel herab schwebten. Diese zarten Vibrationen erreichen uns ganz tief in unserem Inneren und es ist nicht einmal erforderlich, sie zu hören. Achtsamkeitsübungen können mitunter sehr herausfordernd sein, etwa wenn sich fremde Geräusche untermischen. Doch genau darin liegt das Erkennen und Wahrnehmen, im Hier und Jetzt zu bleiben, nicht zu bewerten und alles so sein zu lassen, wie es gerade ist. Bei sich selbst zu bleiben und sich nicht ablenken zu lassen. Kennen wir diese Herausforderung nicht irgendwoher?

Mit Dir selbst auf Entdeckungsreise gehen

Du warst eingeladen, mit Dir selbst auf Entdeckungsreise zu gehen. Vielleicht darf Dein Bildungsurlaub am Ende ein Stück Selbstwerdung, ein Stück Weg sein, der nicht einfach gegangen, sondern mit Achtsamkeit und Balance für Dich selbst und die Gemeinschaft erlebt werden durfte. Dann haben Ulrike und ich unser Ziel erreicht. Wir danken Euch herzlich dafür, dass Ihr dabei wart und unser Leben so wunderbar bereichert habt. Ihr wart großartige Lehrer*innen für uns. Eine Verneigung vor Euch allen!

Pia Forkheim – und auch im Namen von Ulrike Burckard – achtsame Grüße.

Um die Persönlichkeitsrechte nicht zu verletzen, wurden die Gesichter der Teilnehmer*innen in der Bildergalerie unkenntlich gemacht.

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